Finanzierung ohne Eigenkapital?
Shownotes
In dieser Folge von Stein auf Stein – Der Eigenheimpodcast der Vereinten Volksbank sprechen wir über ein heikles Thema: Die Finanzierung ohne Eigenkapital. Spätestens nach Abschluss der Ausbildung oder eines Studiums wird der Wunsch nach den eigenen vier Wänden in vielen Köpfen laut. “Kaufen statt Mieten“ kommt da dem einen oder anderen rasch in den Sinn. Doch wie kann der Traum vom Eigenheim Realität werden, wenn man doch in den vergangenen Jahren keine Möglichkeit hatte zu sparen? Wir erklären unter welchen Voraussetzungen eine Immobilie auch ohne Eigenkapital erworben werden kann und welche Chancen und Risiken für unsere Kundinnen und Kunden damit verbunden sind.
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Vanessa Sendler: Ich bin Vanessa Sendler und in Stein auf Stein, der Eigenheim-Podcast der Vereinten
Vanessa Sendler: Volksbank, sprechen wir heute über ein heikles Thema, nämlich die Finanzierung ohne Eigenkapital.
Vanessa Sendler: Dazu sage ich Hallo, Boris Blank.
Boris Blanck: Hallo, Vanessa. Guten Morgen.
Vanessa Sendler: Guten Morgen. Ja, Finanzierungen ohne Eigenkapital, würde ich behaupten,
Vanessa Sendler: haben wir in der Niedrigzinsphase 2019, 2020, 2021 schon häufiger gemacht.
Vanessa Sendler: Aufgrund der niedrigen Zinsen war das in vielen Fällen unkompliziert möglich.
Vanessa Sendler: Mit den steigenden Zinsen hat sich das aber stark geändert. Wie viele Finanzierungen
Vanessa Sendler: ohne Eigenkapital hast du noch so im Schnitt?
Boris Blanck: Die Anfragen sind schon dazu da. Also aufgrund der gestiegenen Immobilienpreise,
Boris Blanck: der gestiegenen Mietzinsen, die gezahlt sind, ist der Wunsch natürlich nach
Boris Blanck: wie vor immer noch sehr groß, auch in die eigenen vier Wände zu kommen.
Boris Blanck: Und das Eigenkapital ist halt aufgrund unserer kompletten Lebenshaltungskosten,
Boris Blanck: die um uns drumherum so sind, Und natürlich hat er auch nicht mal ganz so stark angespart worden.
Vanessa Sendler: Ja, es gibt auch Fälle, wo Kunden vielleicht gerade geheiratet haben,
Vanessa Sendler: die auch sehr teuer war, Autos angeschafft hat, was alles viel Geld kostet.
Vanessa Sendler: Viele Anfragen habe ich auch dazu umsetzbar, sind dann aber viele halt auch nicht.
Vanessa Sendler: Also ich muss sagen, ich habe wenig Finanzierungen, die ich ohne Eigenkapital im Moment umsetze.
Vanessa Sendler: Das ist vielleicht eine im Monat, die ich schätze.
Boris Blanck: Ja gut, ich sage mal so, die Anforderungen, die natürlich an uns als Bank gestellt
Boris Blanck: werden, werden natürlich auch immer höher.
Boris Blanck: Richtlinien, die wir einhalten müssen, Stressszenarien, die hinterlegt werden
Boris Blanck: müssen, wo dann halt schon geprüft werden muss, ob es dann auch funktioniert.
Boris Blanck: Aber ich meine, wie du halt auch sagst, die meisten, die es halt wollen,
Boris Blanck: haben es vielleicht schon mal irgendwo geplant.
Boris Blanck: Das ist halt dann eher bei denen die Situation, die halt kurzfristig wegen einer
Boris Blanck: Eigenbedarfskündigung oder
Boris Blanck: wegen Familienzuwachs die räumliche Veränderung halt auch noch suchen.
Vanessa Sendler: Ja.
Boris Blanck: Und da kann es halt schon mal vorkommen, dass auch dann die Anfrage ohne Eigenkapital kommt.
Vanessa Sendler: Genau.
Boris Blanck: Aber ich bin bei dir, es hält sich in Grenzen.
Vanessa Sendler: Ja und es ist einfach aufgrund der hohen Zinsen in vielen Fällen schwer umsetzbar,
Vanessa Sendler: aufgrund der Anforderungen, die du gerade beschrieben hast, schwierig und man
Vanessa Sendler: muss ja auch fairerweise sagen, dass es wichtig ist, dass die Leute sich nicht übernehmen.
Boris Blanck: Ja.
Vanessa Sendler: Also dass es am Ende wirklich passt und eine Finanzierung ohne Eigenkapital
Vanessa Sendler: birgt eben auch gewisse Risiken am Ende des Tages.
Boris Blanck: Ja, alleine schon, weil die Erwerbsnebenkosten, und ich meine,
Boris Blanck: da reden wir halt auch mit Maklerkortage, wo ja mittlerweile meistens bei den
Boris Blanck: meisten Finanzierungsanfragen, die ich aktuell auf dem Tisch liegen habe, ein Makler mit Bias,
Boris Blanck: wo wir einfach schon mal sagen, wir reden über 12% Nebenkosten,
Boris Blanck: die einfach nochmal on top drauf kommen.
Boris Blanck: Und da ist noch keine Modernisierung von einem Badezimmer oder von einer Modernisierung
Boris Blanck: des Innenausbaus drin berücksichtigt.
Vanessa Sendler: Ja, wenn man so ein Beispiel einfach mal macht mit den Nebenkosten,
Vanessa Sendler: vielleicht an einer Eigentumswohnung, wenn ich eine Eigentumswohnung kaufe,
Vanessa Sendler: die 100.000 Euro kostet, bei 12% Nebenkosten sind das dann 12.000 Euro, die noch dazukommen.
Vanessa Sendler: Die 12.000 Euro bestehen dann aus 6.500 Euro Steuern, 6,5%, Grunderwerbsteuer,
Vanessa Sendler: 2% rechnen wir für Notar- und Grundbuchamt und 3,57 ist häufig der Satz,
Vanessa Sendler: was dann für den Makler anfällt.
Vanessa Sendler: Da sind wir bei gut 12.000 Euro an Nebenkosten, wenn ich so eine Eigentumswohnung
Vanessa Sendler: mir mal vorstelle, die eben 100.000 Euro kostet, 112.000 Euro Kaufpreis plus
Vanessa Sendler: Nebenkosten, wenn ich dann noch ein schönes neues Badezimmer haben möchte,
Vanessa Sendler: vielleicht nochmal durchstreiche, einen neuen Boden reinlege,
Vanessa Sendler: dann sind 18.000 Euro auch schnell nochmal weg, bin ich bei 130.000 Euro,
Vanessa Sendler: die ich dann an Gesamtkosten habe. So ein Projekt.
Vanessa Sendler: Wäre ohne Eigenkapital durchaus machbar.
Boris Blanck: Ja, wobei ich glaube, da ist ja die Kunst aktuell, die Immobilie zu bekommen für 100.000 Euro.
Boris Blanck: Aber da ist es halt machbar, weil du halt einfach hier wirklich von der monatlichen
Boris Blanck: Annuität her dich da irgendwo bewegen wirst, wo auch die Kaltmiete auch momentan liegt.
Boris Blanck: Also wenn man irgendwo sagt, wir unterstellen irgendwo, bei 100% Finanzierung
Boris Blanck: müssen wir ein bisschen höher reingehen, der Zinssatz ist etwas erhöht,
Boris Blanck: man sollte auch vielleicht nicht gerade nur mit 1% hüllen,
Boris Blanck: Wenn man da irgendwo Sachen unterstellt, ich mache es meistens 6,
Boris Blanck: 6,5 Prozent als Anuität, die man unterstellt, ist es schon wert,
Boris Blanck: wo man sagen kann, das ist auch da, wo sich die meisten Mieten dann irgendwo
Boris Blanck: auch bewegen, die Kaltmieten auch dann dementsprechend.
Vanessa Sendler: Genau, das ist es ja. In den großen Häusern, wo vielleicht 20,
Vanessa Sendler: 30 Wohneinheiten drin sind, das sind ja durchaus Immobilien,
Vanessa Sendler: wo man eine Wohnung auch mal für unter 100.000 Euro sogar kaufen kann.
Vanessa Sendler: Und wenn ich sage, bevor ich 600 Euro Miete zahle, zahle ich lieber 700 Euro
Vanessa Sendler: Rate, dann ist das realistisch und dann sind das auch Dinge,
Vanessa Sendler: die in der Regel ohne Eigenkapital machbar sind, wenn die persönliche Bonität fehlt.
Boris Blanck: Ja, ich meine gleich, das ist halt immer das Wichtigste. Die persönliche Bonität muss halt passen.
Boris Blanck: Wir geben uns als Bank ja, wir haben Vorgaben, was gewisse Überschüsse noch
Boris Blanck: betrifft, die nach einer Finanzierungsrate noch da sein müssen.
Boris Blanck: Das muss halt alles eingehalten werden. Die Bewertung des Objektes muss auch irgendwo passen.
Boris Blanck: Und dann kann man sowas mit Sicherheit dann auch sich mal angucken.
Boris Blanck: Also ich sage mal, absolut bei dir,
Boris Blanck: Summen in so einer Größenordnung 100, 120, 130.000 Euro sind ohne Eigenkapital
Boris Blanck: aktuell auch noch darstellbar und wir machen es auch.
Boris Blanck: Es gibt ja viele Banken, die es halt auch machen, die sagen,
Boris Blanck: okay komm, wir machen die Erwerbsnehmenskosten in Form von einem Konsumentenkredit.
Boris Blanck: Das sind so Dinge, das machen wir gar nicht. Wir sagen halt, der Kunde ist uns gut.
Boris Blanck: Also machen wir es auch in einer kompletten Baufinanzierung mit drin,
Boris Blanck: wo halt dann auch ein Förderprogramm als KfW-Wohneigentumsprogramm mit eingebunden
Boris Blanck: werden kann, dass man daraus dann ein vernünftiges Paket anstürnt.
Vanessa Sendler: Ja, aber das ist ja genau der Punkt. Wenn jemand nicht bonitätsstark genug ist,
Vanessa Sendler: also wenn die Einnahmen einfach nur sehr, sehr knapp reichen, wenn wir sehen,
Vanessa Sendler: okay, damit würde man sich übernehmen, dann machen wir es eher gar nicht,
Vanessa Sendler: bevor wir anfangen zu stückeln und zu sagen, da muss noch ein Konsumentenkredit
Vanessa Sendler: her, gibt es bei uns nicht.
Boris Blanck: Vor allem eher würde ja auch sowieso mit in der Schufa damit aufgenommen werden.
Boris Blanck: Das heißt, wird jetzt die Belastung ja auch mit drin und in der Regel sind die
Boris Blanck: ja deutlich höher als das, was wir im Baufinanzierungsbereich dann auch damit so auswerfen würden.
Vanessa Sendler: Ja genau, Bewertung hast du gerade kurz angesprochen, das ist natürlich auch
Vanessa Sendler: ein wichtiges Thema, sprich der von uns ermittelte Wert der Immobilie muss auch
Vanessa Sendler: etwa zumindest mit dem Kaufpreis übereinstimmen.
Vanessa Sendler: Wenn ich jetzt so ein Beispiel nochmal nehme, 100.000 Euro kostet die Wohnung.
Vanessa Sendler: Wir sagen aber, naja, in der Lage und in dem Zustand ist sie vielleicht nur 60.000 Euro wert.
Vanessa Sendler: Dann wird es ohne Eigenkapital natürlich auch nochmal deutlich schwieriger, sowas zu finanzieren.
Vanessa Sendler: Und man muss dann eben auch nochmal genau hingucken, warum ist sie so überteuert, woran liegt das?
Vanessa Sendler: Will der Kunde überhaupt eine Wohnung kaufen, die so viel zu teuer ist?
Boris Blanck: Ja, weil das ist ja einfach das Risiko, was da auch hinter steckt.
Boris Blanck: Wenn du jetzt wirklich sagst, okay komm, du willst es jetzt umsetzen,
Boris Blanck: wir als Bank sagen, okay komm, weil halt alles passt, wir tun es,
Boris Blanck: glaube ich, werden wir auch schlecht beraten, wenn wir nicht darauf hinweisen würden.
Boris Blanck: Denn wenn der mal irgendwann sagt, er möchte in fünf, sechs,
Boris Blanck: sieben Jahren seine wohnliche Situation verändern und wird dann die ETW wieder
Boris Blanck: verkaufen wollen und ist dann nicht ansatzweise an dem, was er dafür mal bezahlt hat,
Boris Blanck: beziehungsweise der Verkaufserlös reicht nicht, um das Darlehen zurückzuführen,
Boris Blanck: hat da keiner was mitgewonnen.
Vanessa Sendler: Ja.
Boris Blanck: Und deshalb sehe ich halt unsere Aufgabe auch dann, dieses Thema der Bewertung
Boris Blanck: und auch das dann vernünftig auch einschätzen zu können.
Vanessa Sendler: Ja, am Ende sage ich den Kundinnen und Kunden auch immer, dass wir ja auf derselben Seite stehen.
Vanessa Sendler: Also wenn wir so eine Wohnung nicht finanzieren wollen, dann sollte man sich
Vanessa Sendler: auch schwer überlegen, ob man sie kaufen will.
Vanessa Sendler: Weil das Risiko, was wir da sehen, das ist ja am Ende das Risiko unseres Kunden, unserer Kundinnen.
Boris Blanck: Vor allem, ich meine klar, Thema Kauf, monatliche Finanzierungsrate für die ETW ist eine Seite.
Boris Blanck: Auf der anderen Seite ist das Thema Hausgeld, was mittlerweile auch immer einen
Boris Blanck: höheren Stellenwert auch dann mit einnimmt.
Boris Blanck: Das heißt also auch hier Rücklagen, die gebildet werden müssen für eventuelle
Boris Blanck: Renovierungsmaßnahmen, die halt auch dann sehr teuer sind, gerade auch bei solchen
Boris Blanck: großen Objekten, wo mit Sonderumlagen zu rechnen ist, wo vielleicht eine Anpassung ist,
Boris Blanck: was die Hausgeldzahlung dann betrifft, muss man schon alles dann irgendwo durchleuchten.
Boris Blanck: Also es ist so ein Paket, wo man sagt, es ist darstellbar.
Boris Blanck: Aber wir müssen halt auf viel mehr Dinge achten, finde ich, als sie,
Boris Blanck: wenn wir es einen haben, der bonitätsstark ist und auch mit einem gewissen Anteil
Boris Blanck: an Eigenkapital oder Zusatzsicherheiten auch kommt.
Vanessa Sendler: Ja genau, das Thema Hausgeld finde ich in den letzten Jahren zunehmend brisant,
Vanessa Sendler: weil die Summen einfach enorm steigen, weil die Eigentümergemeinschaften den
Vanessa Sendler: Bedarf auch an teuren energetischen Sanierungen sehen, denke ich.
Vanessa Sendler: Und dass dadurch die Hausgelder einfach angepasst werden.
Vanessa Sendler: Also häufig sehe ich Beträge 300, 400 Euro, selbst bei kleinen Eigentumswohnungen,
Vanessa Sendler: wo einfach dann auch ein hoher Rücklagenanteil drin ist.
Boris Blanck: Genau. Ja, und das ist halt immer das, was das Ganze auch schwierig macht.
Boris Blanck: Also wir setzen zwar eine Lebenshaltungskostenpauschale mit bei uns im Haus ja auch an.
Boris Blanck: Da sind ja auch die Hausgeldzahlungen auch schon mit drin berücksichtigt.
Boris Blanck: Also wir werfen sie ja nicht nochmal separat aus.
Boris Blanck: Aber trotz alledem, wir müssen halt darauf achten, was könnte im energetischen
Boris Blanck: Bereich da auf die Eigentümergemeinschaft zukommen.
Boris Blanck: Also mal irgendwo Dach, Fassade, Fenster, Heizung, alles was dann dazugehört,
Boris Blanck: was richtig viel Kohle kostet und das geht natürlich dann wieder auch noch zu
Boris Blanck: Lasten des jeweiligen Eigentümers, wo er halt anhand seiner Miteigentumsanteile
Boris Blanck: dann noch zur Kasse gebeten wird.
Vanessa Sendler: Und da sage ich dann halt auch immer Augen auf bei Schnäppchen,
Vanessa Sendler: wenn ich eine Eigentumswohnung im Netz sehe, die unfassbar preiswert ist, naja,
Vanessa Sendler: dann liegt das häufig daran, dass die Gebäude eben energetisch in einem schlechten
Vanessa Sendler: Zustand sind und dass dann perspektivisch einfach noch hohe Kosten auf die Eigentümer
Vanessa Sendler: zukommen und am Ende war es dann vielleicht doch nicht das Schnäppchen,
Vanessa Sendler: was man am Anfang vermutet hat.
Boris Blanck: Ja, guck mal, da sind wir über unsere Tätigkeit als Baufinanzierungsbetreuer
Boris Blanck: und auch im energetischen Bereich tätig, wo wir dann solche Dinge auch damit abwägen müssen.
Vanessa Sendler: Ja klar, das gewinnt zunehmend an Bedeutung und ist in meinen Gesprächen immer Thema.
Vanessa Sendler: Also wenn ich, sei es Investoren, aber auch Selbstnutzer habe,
Vanessa Sendler: also Menschen, die eine Eigentumswohnung für sich selber kaufen wollen oder
Vanessa Sendler: als Kapitalanlage kaufen wollen,
Vanessa Sendler: schauen wir uns immer an, in welchem energetischen Zustand ist die Immobilie,
Vanessa Sendler: weil das einfach die Dinge sind, die richtig Geld kosten.
Vanessa Sendler: Wenn die Wände nicht so schön sind, naja, dann kaufe ich einen Eimer Farm und dann ist es gut.
Vanessa Sendler: Wenn aber ein Dach an einem großen Haus neu gemacht werden muss,
Vanessa Sendler: die Fassade neu gemacht werden muss, da sehen wir ja Dinge, Kosten,
Vanessa Sendler: die da auf Eigentümer zukommen, die schon erheblich sind.
Boris Blanck: Ja, und ich finde das eigentlich bei Investoren noch schwieriger,
Boris Blanck: weil hier halt einfach die Situation ist, klar, die haben die Mieteinnahmen,
Boris Blanck: die sie bekommen, aber die können nicht alles vom Hausgeld an dementsprechend
Boris Blanck: auch auf die Mieter mit umlegen.
Boris Blanck: Und natürlich ist bei so einer Eigentümergemeinschaft auch immer das Interesse
Boris Blanck: dann auch da, weil die meisten ja auch da wohnen. Die wollen es halt gerne für
Boris Blanck: sich dann auch schön haben, die wollen es energetisch gut haben.
Boris Blanck: Für einen Kapitalanleger, der in Anführungsstrichen das wirklich nur macht aus
Boris Blanck: Investitionsgründen heraus, aus steuerlichen Gründen heraus,
Boris Blanck: für den liegt ja nicht der Fokus drauf.
Boris Blanck: Aber er wird halt dementsprechend mit zur Kasse gebeten und Sonderumlagen sind
Boris Blanck: halt immer nicht umlagefähig auf den Mieter. und es ist ja aktuell auch schon
Boris Blanck: dann die Kunst dann überhaupt dann mit der Mieteinnahme die monatliche Annotität anzutrauen.
Boris Blanck: Also man muss es halt wirklich immer differenzieren zwischen Eigenbedarf und Eigenbedarf.
Boris Blanck: Und Kapitalanleger war Erwerb ohne Eigenkapital.
Vanessa Sendler: Ja, die Kapitalanleger hat man jetzt gar nicht mehr so, die ohne Eigenkapital
Vanessa Sendler: finanzieren wollen, weil sich das renditetechnisch dann einfach auch in der
Vanessa Sendler: Regel gar nicht mehr so regnet.
Boris Blanck: Ich habe in den letzten Wochen wirklich viele Anfragen gehabt für kleinere Einheiten,
Boris Blanck: wo halt auch das Thema dann auch war, Erwerbsnebenkosten dann auch dann mitzufinanzieren.
Boris Blanck: Wo aber alle diese Punkte, die wir gerade eben jetzt auch dann besprochen haben,
Boris Blanck: auch dann durch mich dann auch durchleuchtet worden sind.
Boris Blanck: Und wo hinterher dann auch dann wirklich zu den Ergebnissen kommen,
Boris Blanck: dass okay, komm, es macht halt einfach mehr Sinn, die Nebenkosten jetzt doch
Boris Blanck: aus Eigenkapital herauszutragen.
Boris Blanck: Weil das halt einfach den Zins sonst unattraktiv macht und dann die monatliche
Boris Blanck: Tragbarkeit in absolut weite Ferne rutscht.
Vanessa Sendler: Ja, das macht meine Rendite dann auch kaputt. Dann lohnt sich das Investment in der Regel auch nicht.
Boris Blanck: Also wenn ich jetzt eine Wohnung habe und lege da jeden Monat 400,
Boris Blanck: 500 Euro drauf, ist das auf Dauer auch nicht gerade so das Lustigste.
Vanessa Sendler: Nee, genau.
Vanessa Sendler: Bei Eigentumswohnungen haben wir gesehen, naja, es macht nicht immer Sinn,
Vanessa Sendler: ohne Eigenkapital das zu finanzieren, aber bei den kleinen Einheiten ist es
Vanessa Sendler: eben dann durchaus mal möglich.
Boris Blanck: Wo man sagen kann, okay, komm, man guckt es sich an und da sind mit Sicherheit
Boris Blanck: die Chancen auch größer, das auch dargestellt zu bekommen und auch vernünftig
Boris Blanck: dargestellt zu bekommen.
Vanessa Sendler: Genau, bei Häusern wird es dann schon schwieriger.
Boris Blanck: Ja, wir reden natürlich hier über ganz andere Kaufpreise, die Nebenkosten bleiben
Boris Blanck: die gleichen. Wir reden immer über unsere 12 Prozent, die wir haben,
Boris Blanck: wenn der Makler halt mit drin ist.
Boris Blanck: Und dann sind es halt nicht dann 12.000 Euro, sondern es sind 30.000,
Boris Blanck: 40.000, 50.000 Euro als Nebenkosten, die halt dann bei uns dann mit in den nicht
Boris Blanck: besicherten Bereich einfach mit reinfallen,
Boris Blanck: und du somit halt schon eine sehr starke Kundenfundabilität auch benötigst,
Boris Blanck: um sowas auch darstellen zu können.
Vanessa Sendler: Ja, ich sehe so bei den kleinen Zechenhäusern, die nicht teuer sind,
Vanessa Sendler: wo man vielleicht bei 200.000 Euro Kaufpreis liegt, für Kunden,
Vanessa Sendler: die gute Jobs haben, die gut verdienen, dass sowas durchaus auch mal ohne ein
Vanessa Sendler: Kapital machbar ist, aber das sind dann schon eher seltene Fälle,
Vanessa Sendler: weil Häuser, die man für 200.000 oder 250.000 vielleicht kaufen kann,
Vanessa Sendler: naja, die sehen wir in der Regel nicht mehr, nur noch sehr, sehr selten.
Boris Blanck: Und wenn halt in so einem Zustand, dass du dann sagst, okay,
Boris Blanck: komm, da musst du dann mal richtig investieren, um die halt dann auf den aktuellen
Boris Blanck: energetischen Stand vielleicht nicht unbedingt, aber zumindest mal die ein wenig
Boris Blanck: ins Jahr 2000 mal zu katapultieren.
Vanessa Sendler: Mhm.
Vanessa Sendler: Ja, dann gibt es immer noch eine Möglichkeit, Ersatzsicherheiten zu stellen.
Boris Blanck: Ja, genau. Wenn halt Eltern, Familienangehörige, wie auch immer,
Boris Blanck: Freunde, die sich dazu bereit erklären würden, sowas zu tun,
Boris Blanck: halt dann sagen, okay, komm, wir wollen dir halt den Schritt ermöglichen und
Boris Blanck: wir stellen halt unsere Immobilie oder unsere Sparguthaben oder was weiß der
Boris Blanck: gar nicht, irgendwas halt als zusätzliche Sicherheit an dir zur Verfügung,
Boris Blanck: dass halt dann der Schritt in die eigenen vier Wände über den Weg dann funktionieren kann.
Vanessa Sendler: Genau, schwierig. Bei solchen Finanzierungen ist immer, dass die Zusatzsicherheit
Vanessa Sendler: an meiner Rate in der Regel nicht viel ändert.
Vanessa Sendler: Ich kann den Zins gegebenenfalls ein bisschen drücken, kann dann vielleicht
Vanessa Sendler: nochmal 50 Euro einsparen, weil ich einen besseren Zins bekomme.
Vanessa Sendler: Aber ich habe, weil ich viel finanzieren muss, eben auch eine hohe Rate.
Vanessa Sendler: So als Beispiel, wenn man 400.000 Euro finanzieren möchte, dann ist man eben
Vanessa Sendler: schnell auch mal bei 2000 Euro Rate und die muss ich mir erstmal leisten können.
Vanessa Sendler: Also das heißt, ich muss sehr bonitätsstark sein, ein hohes Einkommen haben
Vanessa Sendler: und da sagt man wieder, naja, die Leute, die so ein hohes Einkommen haben,
Vanessa Sendler: die haben in der Regel dann doch auch am Ende wieder ganz gute Rücklagen.
Boris Blanck: Sollten sie zumindest sagen, wenn nicht halt vorher irgendwo was war,
Boris Blanck: was nicht eingeplant war.
Vanessa Sendler: Ja, auch das gibt es, aber es ist schon eher selten.
Boris Blanck: Es ist schon ein Unterschied, ob du jetzt dann dich mit einem unterhältst,
Boris Blanck: der im Monat irgendwo vielleicht bei 6.000, 7.000 Euro im gemeinschaftlichen
Boris Blanck: Einkommen liegt, als wie jemand mit 2.000 Euro.
Boris Blanck: Also ich meine, ich glaube, da reden wir auch über ganz andere Objekte und auch
Boris Blanck: über Darstellungsmöglichkeiten, die halt dann auch bei sowas dann auch dann
Boris Blanck: wären, auch sogar ohne Eigenkapitalansatz zu stellen.
Boris Blanck: Aber wie du sagtest, die Bonität muss halt passen und die muss halt dann,
Boris Blanck: wenn ich dann mit so einem Wunsch an eine Bank herantrete, halt auch schon sehr, sehr gut sein.
Vanessa Sendler: Dann haben wir nochmal einen anderen Objekttyp, einen anderen Haustyp,
Vanessa Sendler: nämlich die Mehrfamilienhäuser, wo es ohne Eigenkapital eigentlich gar nicht mehr machbar ist, oder?
Vanessa Sendler: Hast du schon mal ein Mehrfamilienhaus ohne Eigenkapital finanziert?
Boris Blanck: Früher.
Vanessa Sendler: Früher, ja okay.
Boris Blanck: Nach heutigen Vorgaben nicht mehr möglich. Also ich glaube es ist allgemein
Boris Blanck: schwierig, weil die Bewertungsgrundlagen sich für Mehrfamilienhäuser ja auch verändert haben.
Boris Blanck: Wir für unser Haus sagen ja, dass wir auch eine monatliche Tragbarkeit der Annuität
Boris Blanck: aus den Mieteinnahmen heraus haben wollen, wobei man hier auch sagen muss,
Boris Blanck: dass wir die Mieteinnahmen nicht zu 100 Prozent ansetzen,
Boris Blanck: sondern immer nur maximal zu 80 Prozent, um auch hier für Rücklagen dann dementsprechend
Boris Blanck: auch mit Säure getragen zu können.
Boris Blanck: Und aufgrund aktueller Zinsstruktur plus die hohen Kaufpreise sind 80 Prozent,
Boris Blanck: die ich halt dann nur dafür aufwenden kann für die Rückführung,
Boris Blanck: halt dann ohne Eigenkapital nicht darstellbar oder zusätzliche Sicherheiten,
Boris Blanck: sodass halt dann der Gedanke eines Kapitalanlegers, der es halt dann in der
Boris Blanck: Regel ja auch steuerlichen Gesichtspunkten heraus macht, nämlich halt dann so
Boris Blanck: viel wie möglich auch an Kosten zu produzieren in Form seiner Zinsaufwendung
Boris Blanck: und Abschreibung, die er dementsprechend auch dann hat, ein wenig hinkt.
Boris Blanck: Weil wir halt dann sagen, okay,
Boris Blanck: komm, wir brauchen halt irgendwo Zusatzsicherheiten oder Eigenkapital.
Vanessa Sendler: Ja, man muss bei den Mehrfamilienhäusern sicherlich auch immer nochmal schauen,
Vanessa Sendler: wie sich die Mieten entwickeln können.
Vanessa Sendler: Wenn man Einheiten hat, die gerade leer stehen, dann gibt es natürlich auch
Vanessa Sendler: nochmal Möglichkeiten, die deutlich besser zu vermieten mit Kauf,
Vanessa Sendler: als das, ja genau, teurer zu vermieten, als das vorher vielleicht der Fall war. Ja.
Vanessa Sendler: Ja, aber am Ende des Tages muss es halt passen. Die Summe der Mieteinnahmen
Vanessa Sendler: muss irgendwo zu den Annuitäten passen.
Boris Blanck: Also jeder muss an der Geschichte Spaß haben. So wie derjenige,
Boris Blanck: der es halt erwirbt, wie auch wir als Bank, müssen halt wirklich durch Abwägung
Boris Blanck: sämtlicher Dinge, die halt irgendwo anfallen können, halt einfach entscheiden, passt das Ganze so.
Vanessa Sendler: Ja, genau. Und auch bei Mehrfamilienhäusern ist das Thema Energieeffizienz natürlich
Vanessa Sendler: nochmal sogar ein Takken brisanter als bei den Eigentumswohnungen,
Vanessa Sendler: weil wenn da was zu tun ist, dann muss ich alleine dafür aufkommen.
Vanessa Sendler: Dann kannst du nicht sagen.
Boris Blanck: Ich lege mal eben um auf meine Mieter, sondern habe halt das dann dementsprechend
Boris Blanck: für mich erstmal alleine, kann das in gewisser Form dann in der Mietsteigerung
Boris Blanck: dann auch mit begründen, aber auch da ist halt irgendwann mal gesetzlich eine Regel vorgeschoben.
Vanessa Sendler: Ja, genau. Ja, ich denke am Ende des Tages ist es wichtig, dass man sich gut beraten lässt,
Vanessa Sendler: dass egal was für ein Objekt man erwerben möchte, dass man einfach mit den Fachleuten einmal spricht,
Vanessa Sendler: die verschiedenen Vor- und Nachteile einmal gemeinsam durchleuchtet und dann
Vanessa Sendler: eine sachliche Entscheidung trifft, was gerade bei der selbstgenutzten Immobilie
Vanessa Sendler: manchmal schwierig ist, weil man ja auch von den Emotionen dann viel geleitet wird.
Vanessa Sendler: Aber dafür sind wir dann am Ende ja auch da, das einfach objektiv zu bewerten, das Vorhaben.
Boris Blanck: Genau, ja. Und ich denke, das ist auch den Antritt, den wir auch mitgeben sollten.
Boris Blanck: Es ist nicht unmöglich, es ist darstellbar, es müssen gewisse Rahmenbedingungen
Boris Blanck: passen, aber wir können diese Rahmenbedingungen den Kunden oder unseren potenziellen
Boris Blanck: Kunden oder Finanzierungsinteressenten halt dementsprechend mit auf den Weg
Boris Blanck: gehen und können halt auch zeigen,
Boris Blanck: wie man auch gewisse Dinge auch umsetzen kann oder was man in der Finanzverbreitung machen kann.
Vanessa Sendler: Genau. Auf jeden Fall mit uns sprechen. Wir kennen uns aus.
Vanessa Sendler: Wir kennen die Fördermittel und beraten immer gern zu dem Thema.
Boris Blanck: Auf jeden Fall.
Vanessa Sendler: Prima. Dann vielen Dank für heute.
Boris Blanck: Danke.
Vanessa Sendler: Und bis bald.
Boris Blanck: Bis bald.
Vanessa Sendler: Ciao.
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